Aktuelle Meldungen und Hinweise
Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit stellt Empfehlungen für ein Kohärentes Fördersystem am Übergang Schule-Beruf vor
Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit hat am 8. November im Rahmen einer Fachtagung mit parlamentarischem Gespräch seine »Kriterien und Empfehlungen zur Entwicklung eines Kohärenten Fördersystems am Übergang Schule-Beruf« erstmals präsentiert. Fachleute aus Praxis und Wissenschaft sowie Vertreter/-innen aus Politik und Wirtschaft diskutierten die Vorschläge des Kooperationsverbundes und formulierten erste Schritte zur Umsetzung der Empfehlungen.
Der erfolgreiche Übergang von der Schule in den Beruf ist die zentrale Voraussetzung für den beruflichen Erfolg und damit der gesellschaftlichen Integration. Spätestens seit Anfang der 90er Jahre aber finden zu viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz mehr – außerdem gibt es mitten unter uns eine Gruppe junger Menschen, denen der Übergang in eine Ausbildung auf Dauer versperrt bleibt. Mit diesem Stigma sind sie von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen und vom Risiko häufiger Erwerbslosigkeit bedroht.
Auf der Basis seiner umfangreichen Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit mit jungen Menschen sieht der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit die dringende Notwendigkeit, die Entwicklung einer kohärenten Förderung am Übergang Schule-Beruf insbesondere für sozial benachteiligte junge Menschen mit Unterstützungsbedarf zu forcieren. Er hat die Diskussion um die Weiterentwicklung des Fördersystems in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt und sich entschieden, eigene Empfehlungen für eine verbesserte, kohärente Förderung in die öffentliche Debatte einzubringen.
Mit den »Beiträgen zur Jugendsozialarbeit« stellt der Kooperationsverbund die zentralen Ergebnisse eines Diskussionsprozesses vor, an dem sich im Verlauf des letzten Jahres ein Kreis von unterschiedlichen Experten/-innen aus Theorie und Praxis, aus der Jugendsozialarbeit, der Jugendberufshilfe, der Benachteiligtenförderung und der Wissenschaft kontinuierlich beteiligt hat.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass
- Übergänge im Jugendalter für alle Jugendlichen kritische Lebensphasen darstellen, in denen sie mehr oder weniger intensiver Unterstützung bedürfen, die Übergangsgestaltung in den Beruf somit eine Daueraufgabe für alle Jugendlichen ist und sozial benachteiligte Jugendliche häufig verstärkte Begleitung benötigen
- die Übergangsgestaltung in ein Regelsystem integriert sein muss und kein Sondersystem für sozial benachteiligte Jugendliche herausbilden darf.
Ein Kohärentes Fördersystem erfordert
- eine Verschlankung der Förderung auf wenige, transparente und zuverlässige Instrumente
- die Bereitstellung von Förderstrukturen (anstelle befristeter Einzelmaßnahmen), die flexibel und am Bedarf orientiert Angebote realisieren
- eine finanziell und gesetzlich abgesicherte institutionalisierte Steuerung auf kommunaler bzw. regionaler Ebene
- verbindliche Rahmenbedingungen – länderübergreifend auf Bundesebene festgelegt und lokal angepasst.
Die Expertise konzentriert sich auf die Gruppe der sozial benachteiligten Jugendlichen in den Rechtskreisen des SGB II, III und VIII. Der Kooperationsverbund sieht darüber hinaus die Herausforderung, für alle jungen Menschen – wie etwa für Jugendliche mit Behinderungen oder mit ungesichertem Aufenthaltsstatus – eine verbesserte Förderung sowie einen Zugang zur Ausbildung zu verwirklichen und auch bestehende strukturelle oder rechtliche Hemmnisse abzubauen.
Quelle: Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe

Arbeitstagung der BundeskoordinatorInnen: Mangel und Überfluss? Vom Phänomen der Gleichzeitigkeit auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
Die bundesweite Arbeitstagung findet im Rahmen des BundeskoordinatorInnenteams am 6./7.12.2011 in Saarbrücken statt.
Bei dieser Fachveranstaltung wird das Thema »Mangel und Überfluss« aus der Sicht der Jugendsozialarbeit mit folgenden Aspekten bearbeitet:
- Wie entwickelt sich der Ausbildungsmarkt?
- Welches Fachwissen muss in der JSA vorhanden sein, um in adäquater Weise reagieren zu können?
- Wie sehen Kooperationsformen mit zuständigen Instanzen für ein gelingendes Übergangsmanagement aus?
- Wie muss eine Elternarbeit beschaffen sein, damit diese die Jugendlichen unterstützen können?
- Wie müssen die Angebote der JSA weiterentwickelt werden, um den Bedürfnissen oder o. g. Zielgruppen gerecht werden zu können?
- Und wie sehen gute Angebote der Qualifizierung und Beschäftigung für diese Zielgruppe aus?
Mit dieser Veranstaltung sollen u. a. Entscheidungswege der Jugendlichen und die Anforderungsprofile der Arbeitgeber vergleichend gegeneinander gestellt werden und im Rahmen des sog. »Übergangsmanagements« nach Lösungen gesucht werden.
Quelle: DER PARITÄTISCHE Gesamtverband, Fachinformationen

Studie zum Bild von Jugendlichen in den Medien: Mehr Sport – weniger Gewalt
Eine aktuelle Studie der Universität Würzburg hat das Bild von Jugendlichen in den Medien untersucht. Der Vergleich zum Vorjahr zeigt: Gewalt ist kaum noch ein Thema, stattdessen treten Beruf, Sport und Politik in den Vordergrund.
Ob Schlägereien in U-Bahnen, exzessiver Alkoholkonsum oder übermäßige Mediennutzung: Jugendliche haben in der öffentlichen Wahrnehmung nicht den besten Ruf. Umso überraschender ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Lehrstuhls Empirische Bildungsforschung an der Uni Würzburg. Die Analyse von 145 Zeitungsberichten über einen Zeitraum von zwei Wochen hinweg zeichnet ein unerwartet positives Bild Heranwachsender.
Die Ergebnisse der Studie
»Im vergangenen Jahr hatte unsere Medienanalyse gezeigt, dass 49 Prozent aller Berichte Jugendliche negativ dargestellt haben. Dieser Anteil ist in diesem Jahr auf rund 30 Prozent gesunken«, sagt Professor Heinz Reinders, Studienleiter und Inhaber des Lehrstuhls Empirische Bildungsforschung.
Verantwortlich dafür sei vor allem eine geringere Zahl von Berichten über Jugendgewalt. Mehr als ein Viertel aller Zeitungsartikel hatte im Vergleichszeitraum 2010 das Gewaltverhalten von Jugendlichen zum Gegenstand. In diesem Jahr sank dieser Wert deutlich auf nur knapp über zehn Prozent. Auch das Thema Raub hat stark an Präsenz verloren: Während sich 2010 noch 15 Prozent aller Berichte mit diesem Thema beschäftigten, beträgt der Anteil in 2011 gerade mal 7,6 Prozent – eine glatte Halbierung also.
Im Gegenzug dafür seien die Themen Beruf (16,6 Prozent), Sport (13,8 Prozent) und Politik (11,7 Prozent) deutlich in den Vordergrund gerückt, so Reinders. Vor allem Artikel über die Berufsaussichten und Ausbildungsmöglichkeiten von Jugendlichen hätten deutlich zugenommen. Besonders markant sei auch der Anstieg bei den Berichten über sportliche Aktivitäten Jugendlicher. Hier stieg der Anteil an allen Zeitungsartikeln von 2,1 Prozent im Jahr 2010 auf knapp 14 Prozent im Jahr 2011.
»Damit haben wir nicht gerechnet«, kommentiert Reinders die Ergebnisse und zeigt sich vor allem über den Rückgang an Berichten über Jugendgewalt überrascht: »Das ist eigentlich immer ein beliebtes Thema für die Medien. Und die tatsächliche Jugendgewalt ist ja nicht wirklich rückläufig.«
Medienberichte gegen den Trend
Die Bildungsforscher der Uni Würzburg begrüßen diesen Trend allerdings. »Jugend wird vielfach als inaktiv und politisch desinteressiert wahrgenommen, quasi abgeschottet im Cyberspace sozialer Netzwerke«, erläutert Reinders. Da seien Berichte über politisches Engagement und sportliche Aktivitäten von Jugendlichen eine schöne Alternative. Gleichzeitig weiß Reinders, dass es sich hier um eine Momentaufnahme handelt, die sich mit thematischen Konjunkturen wieder ändern könne.
Denn die Medienanalyse wird jährlich in den ersten zwei Aprilwochen durchgeführt, um über mehrere Jahre hinweg vergleichbare Zeiträume betrachten zu können. »Wenn aber in dieser Zeit große Agenturmeldungen über den Ticker gehen, dann bestimmen die natürlich maßgeblich das Medienbild und werden von den Regionalblättern übernommen. Da wird dann schnell ein kleines Thema ganz groß.«
Wären die Analysen etwa direkt nach dem 12. September 2009 erfolgt, als an einem Münchner S-Bahnhof Dominik Brunner durch eine tödliche Attacke zweier Jugendlicher starb, dann wären vermutlich andere Themen als Gewalt bei Jugendlichen nicht zum Tragen gekommen. Deshalb achten die Würzburger Bildungsforscher darauf, ob in den insgesamt 145 analysierten Zeitungsberichten einzelne Meldungen das gesamte Themenspektrum dominieren. »Wir hatten mit dem Girls Day am 14. April ein solches Thema«, erläutert Reinders. Die gestiegene Zahl an Berichten zu diesem Thema erkläre dies aber nicht, schließlich wurde die Medienanalyse 2010 im gleichen Zeitraum durchgeführt.
Quelle: Kinder- und Jugendhilfeportal, Universität Würzburg

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